Gefährliche Batterien: Korrekte Entsorgung verhindert Brände

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Presseaussendung

Batterien sollen ausschließlich in den dafür vorgesehenen Sammelboxen getrennt entsorgt werden, sei es im Handel oder am Mistplatz. Landen sie im Restmüll ist das brandgefährlich, denn durch Reibung können sie sich entzünden und ein Feuer entfachen – in der eigenen Wohnung, im Müllwagen oder in Abfallwirtschaftsbetrieben. Erst zu Ostern waren zwei Großbrände in Abfall- und Verwertungsfirmen in der Medienberichterstattung.


Wien, 12. Mai 2022 – „Großbrand in Entsorgungsbetrieb“, „Elektroschrott brannte Lichterloh“, „100 Einsatzkräfte im Einsatz bei Recyclingfirma“: Diese Schlagzeilen sind furchtbar, umso mehr, weil sie sich leicht verhindern hätten lassen. Denn oft ist die Brandursache eine im Restmüll falsch entsorgte Lithiumbatterie, die sich durch Reibung selbst entzündet und dadurch einen Brand verursacht hat. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ruft die Bevölkerung einmal mehr eindringlich dazu auf, Batterien ausschließlich in den dafür vorgesehenen Sammelboxen im Handel oder bei Altstoffsammelzentren getrennt zu entsorgen. Die oftmals unscheinbaren Brandstifter befinden sich in Spielkonsolen und Controller, Heimwerkergeräte, ferngesteuerten Autos, Drohnen, Küchen- und Haushaltsgeräten, Smartphones, singenden Grußkarten oder Gartengeräten.

Hersteller in die Pflicht nehmen

Durch die fachgerechte Entsorgung von Batterien trägt jeder Einzelne dazu bei, gefährliche Brände zu verhindern. Der VOEB fordert deshalb mehr Aufklärungsarbeit sowie eine Erhöhung der Sammelquote durch die Einführung eines Batteriepfands. Der Verband betont allerdings auch, dass die Verantwortung für jede einzelne Batterie zuallererst beim Hersteller von batteriebetriebenen Produkten liegt. Elektro- und Elektronikgeräten müssen so konzipiert werden, dass Batterien durch den Endnutzer ausbaubar sind, was oft nicht der Fall ist. Neben einer verpflichtenden, einheitlichen Kennzeichnung von Geräten mit den besonders gefährlichen Lithiumbatterien sollten aber auch die Verbraucher besser informiert werden sowie finanzielle Anreize für die Sammlung festgelegt werden.
„Falsch entsorgte Batterien stellen eine untragbare Gefahr für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. Auch der Sachschaden ist enorm und stellt die Branche vor eine enorme Herausforderung“, warnt Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB. „In den letzten Wochen häufen sich Großbrände bei unseren Abfallwirtschaftsbetrieben, das kann so nicht weiter gehen.“ Am Osterwochenende stiegen dichte Rauchwolken hunderte Meter hoch über Betriebe in der Steiermark und in Tirol auf, die Feuerwehr musste ausrücken, zum Glück wurde niemand verletzt. Brandursache war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein defekter Akku, der fälschlicherweise im Restmüll entsorgt wurde.

1,4 Millionen Lithiumbatterien landen im Restmüll

Derzeit gibt es in Österreich für Batterien nur eine gesetzliche Sammelquote von 45 Prozent. Diese sei aber aufgrund der massiven Zunahme von im Umlauf befindlichen Lithiumbatterien für die Entsorgungsbetriebe eine Katastrophe, so der VOEB. Seit Jahren beschäftigt sich Prof. Roland Pomberger von der Montanuniversität Leoben mit den leistungsstarken, hochexplosiven Lithiumbatterien. „Wir können den Zusammenhang zwischen der steigenden Anzahl von Lithiumbatterien im Restmüll und den Bränden bei Entsorgungsbetrieben eindeutig belegen.“

Rasant steigende Brandstatistiken

In den letzten zehn Jahren haben sich Brände in Recyclingfirmen verzehnfacht, wie Studien der Montanuniversität Leoben belegen*. Die Wissenschaft warnt vor einer Verdoppelung von derzeit 1,4 auf 2,8 Millionen Lithiumbatterien im Restmüll und geht von einer weiteren Zunahme von gefährlichen Bränden aus. „Jede Lithiumbatterie ist eine potenzielle Zündquelle. Durch die Abfallbehandlung und das Recycling steigt die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung und damit die Wahrscheinlichkeit eines Brandfalles. Für die Abfall- und Ressourcenwirtschaft ist diese Entwicklung existenzbedrohend. Viele Anlagen wurden bereits völlig zerstört.“

EU macht Weg frei für Pfandsystem

Erst vor wenigen Monaten hat der „Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz“ des Europäischen Parlaments eine richtungsweisende Verordnung angenommen. Sie macht den Weg frei für die Einführung eines Pfandsystems in den einzelnen Mitgliedsländern, sofern die jeweiligen Regierungen dies wünschen. So soll die Sammelquote für Batterien erhöht und der Einsatz von Rezyklaten gesteigert werden.
Jüly dazu: „Hohe Sammelziele bei Batterien gehen Hand in Hand mit verpflichtenden Pfand- und Rückgabesystemen. Dabei ist es nicht nur entscheidend, eine hohe Rückgabequote zu erreichen, sondern auch sichere Sammel- und Behandlungsbedingungen für alle batteriebetriebenen Geräte zu gewährleisten.“ In Österreich wurde die Einführung eines Pfandes auf Batterien im Regierungsübereinkommen bereits berücksichtigt, die Branche hofft auf eine baldige Umsetzung, damit Schlagzeilen über Brände in Entsorgungsbetrieben bald der Vergangenheit angehören.

* siehe T. Nigl, T. Bäck & R. Pomberger: Vertiefende Ursachenermittlung zu Brandereignissen in der österreichischen Abfall-, Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft, 2021 (Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft, Montanuniversität Leoben, Leoben, Österreich


Über den VOEB:
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Entsorgungsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 250 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten österreichischen Entsorgungsbetriebe. Die Branche beschäftigt direkt und indirekt ca. 43.000 Mitarbeiter, entsorgt rund zwei Drittel des gesamten in Österreich anfallenden Abfalls in 1.100 High-Tech-Anlagen und erwirtschaftet Umsätze in der Größenordnung von 4 Mrd. Euro pro Jahr.

Rückfragen:
Mag. Daisy Kroker - Geschäftsführerin VOEB
Tel.: (01) 713 02 53
E-Mail: kroker@voeb.at
Website: www.voeb.at

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