Krisen treiben Kosten: Abfall- und Recyclingbranche unter Druck

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Als unverzichtbare Säule der kritischen Infrastruktur hält die Entsorgungswirtschaft Österreich zuverlässig am Laufen. Steigende Kraftstoff- und Energiepreise infolge der aktuellen geopolitischen Lage stellen diese Leistung nun vor eine ernste Belastungsprobe, warnt der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB).

 


 
Wien, am 26. März 2026 – Die Konflikte im Nahen Osten und in weiteren Krisenregionen hinterlassen deutliche Spuren an den Energiemärkten. Für die heimische Abfall- und Ressourcenwirtschaft sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar: Kraftstoff und Energie gehören zu den zentralen Kostentreibern einer Branche, die täglich Millionen Haushalte sowie Betriebe in ganz Österreich versorgt. Private Entsorgungsbetriebe erfüllen eine systemrelevante Funktion – ein Herunterfahren des Betriebs ist nicht möglich, eine kurzfristige Weitergabe der Mehrkosten an Kommunen oder Unternehmen vertraglich wie praktisch kaum umsetzbar. Vorerst tragen die Betriebe diese Mehrbelastungen selbst – eine Situation, die strukturell nicht dauerhaft tragfähig ist und mittelfristig zu höheren Entgelten führen wird, so der VOEB.

„Die Entwicklungen an den Energiemärkten bereiten uns ernsthafte Sorgen", meint Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB. „Die Kalkulationsgrundlagen, auf denen viele unserer Entsorgungsverträge mit Kommunen und Unternehmen basieren, spiegeln die aktuelle Kostensituation nicht mehr wider. Wie jedes Unternehmen in unserer Branche individuell auf diese Entwicklung reagiert, liegt in seiner eigenen unternehmerischen Verantwortung – klar ist aber, dass die Belastung real und erheblich ist."

Gesellschaftliche Leistung braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Eine funktionierende Abfallentsorgung und -verwertung ist Voraussetzung für öffentliche Gesundheit, Ressourcenschonung sowie ein funktionierendes Gemeinwesen. Der VOEB  appelliert an Auftraggeber:innen, Kommunen und politische Entscheidungsträger:innen, die veränderte Kostensituation ernst zu nehmen und partnerschaftliche Lösungsansätze zu suchen. Jüly: „Unsere Mitgliedsbetriebe haben in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt, dass sie auch in Ausnahmesituationen verlässlich arbeiten. Diese Verlässlichkeit hat ihren Preis – und dieser Preis muss realistisch bewertet werden. Gleichzeitig brauchen wir politische Antworten auf die strukturelle Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen: Großzügigere Förderungen für die Umstellung der Fahrzeugflotten auf E-LKWs wären ein konkreter erster Schritt, um die Branche langfristig unabhängiger von solchen Preisschocks zu machen."


Über den VOEB:
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Abfall- und Ressourcenwirtschaftsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 260 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten österreichischen Abfallwirtschaftsbetriebe. Insgesamt beschäftigt die Abfallbranche in ihren 3.300 privaten und kommunalen Betrieben mehr als 31.000 Mitarbeiter:innen. Die Unternehmen der Abfall- und Ressourcenbranche sammeln, sortieren und verwerten jährlich 74 Mio. Tonnen Abfall und erwirtschaften dabei Umsätze in der Größenordnung von 9 Mrd. Euro pro Jahr.


Rückfragen:
Veronika Wüster - Geschäftsführerin VOEB
Tel.: +43 1 713 02 53 
E-Mail: wuester(at)voeb.at 
Website: www.voeb.at


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