Hälfte der verkauften Batterien verschwindet spurlos

Öffentlichkeitsarbeit

Studie im Auftrag des VOEB: Nur 56 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher entsorgen ihre Batterien und Akkus ausnahmslos fachgerecht. Über die Gefahren von Batterien und ihren wertvollen, wiederverwertbaren Rohstoffen wissen nur wenige Bescheid, vor allem unter 30-Jährige zeigen große Wissenslücken. 

Wien, 15. Februar 2018 – Jedes Jahr werden in Österreich 4000 Tonnen Batterien verkauft, jedoch nur die Hälfte davon fachgerecht entsorgt. Anlässlich des Tages der Batterie am 18. Februar hat der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) nun in einer repräsentativen Studie nach dem Wissen der Österreicherinnen und Österreicher rund um die Batterie und ihre fachgerechte Handhabe gefragt. Das Ergebnis: Die richtige Entsorgung von Batterien ist zwar der Mehrheit der Befragten ein wichtiges Anliegen, gleichzeitig aber weiß ein Drittel nicht, wo sich die nächste Sammelstelle für Batterien befindet. Mehr als Drittel der Österreicher hat schon einmal alte Batterien im Restmüll entsorgt. „Es herrscht großer Aufklärungsbedarf“, warnt Hans Roth, Präsident des VOEB. Die Tatsache, dass Batterien gefährliche Schadstoffe enthalten und falsch entsorgte Lithium-Batterien Explosionen verursachen können, ist ebenfalls nur zum Teil bekannt. Als Vorbild bei der Entsorgung entpuppt sich die Generation 50plus. 

Ältere Generation als Vorbild. Bei einem Blick auf die Detailergebnisse der Studie zeigen sich eklatante Unterschiede zwischen den Einstellungen der jüngeren und älteren Befragten: So ist die fachgerechte Entsorgung vor allem der Generation über 50 Jahren ein wichtiges Anliegen (69%; unter 30: 40%). Immerhin 81 Prozent dieser Altersgruppe weiß auch, wo sich die nächste Sammelstelle für Batterien befindet (unter 30: 47%) und 66 Prozent ist die Verpflichtung des Handels, alte bzw. leere Batterien zurück zu nehmen, bekannt (unter 30: 30%). 

Dass die Wichtigkeit einer fachgerechten Entsorgung von Batterien und Akkus nicht unterschätzt werden darf, kann auch Hans Roth, Präsident des VOEB, nur betonen. „Batterien und Akkus enthalten wichtige Rohstoffe, die nur im Fall einer fachgerechten Entsorgung wiederverwertet werden können.“ Dies sei nicht nur ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll, sondern trage auch zur Vermeidung von Gefahren bei, die von Batterien ausgehen können. „Das Ergebnis ist daher ein klarer Auftrag an Industrie und Politik, sich hier für mehr Aufklärung und Bewusstseinsbildung einzusetzen“, so Roth. Schließlich sei es für den einzelnen nur eine Kleinigkeit, Batterien und Akkus zu einer Sammelbox zu bringen. Für die Ressourcenschonung und eine lebenswertere Umwelt, ist es allerdings ein wichtiger Beitrag.

Gefährliche Wissenslücken bei Lithium-Batterien. Obwohl Lithium-Batterien kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken sind, scheint auch hier das Wissen über jene Batterien und Akkus, die u.a. in unseren Handys und Laptops stecken, noch ausbaufähig. Lediglich 44 Prozent aller Befragten weiß um die richtige Lagerung von Lithium-Batterien, so zum Beispiel, dass diese keinen hohen Temperaturen oder Feuchtigkeit ausgesetzt werden dürfen. Der Grund dafür liegt in der hohen Energiedichte, die bei falscher Lagerung zu Kurzschlüssen und in weiterer Folge zur Selbstentzündung führen kann. Diese Gefahr ist allerdings nur 32 Prozent aller und sogar nur 22 Prozent der Befragten unter 20 Jahren bewusst. Besonders verheerend ist dabei, dass ebenfalls nur eine Minderheit der Befragten weiß, dass Lithium-Batterien und Akkus auch Kinderspielzeug enthalten sein können (26 %). 

„Ich rate daher jedem, sich mit dem richtigen Umgang und der Entsorgung von Lithium-Batterien auseinander zu setzen und sorgsam damit umzugehen“, so Roth. „Denn wer kann von sich behaupten, sein Handy noch nie fallen gelassen zu haben?“ Neben den Gefahren, die eine fachgerechte Entsorgung unbedingt notwendig machen, sind es wiederum die Rohstoffe, für die sich die Abgabe von Lithium-Batterien bei Sammelstellen lohnt. Schließlich können heute schon 60 Prozent der Bestandteile wiederverwertet und in Aufbereitungsanlagen in Rohstoffe umgewandelt werden.

Highlights der Studie: 

• 37 Prozent aller Befragten haben schon einmal alte/leere Batterien im Restmüll entsorgt.
• Hohe 71 Prozent der über 50-Jährigen gab an, alte/leere Batterien und ausrangierte Akkus immer in den vom Handel ausgestellten Sammelboxen oder bei entsprechenden Sammelstellen zu entsorgen.
• 56 Prozent der Befragten wissen zwar, dass Batterien zum Teil gefährliche Schadstoffe enthalten, aber lediglich 7 Prozent achtet beim Kauf auch darauf.
• Dass Batterien wichtige und wertvolle Rohstoffe enthalten, die wiederverwertet werden können, wissen nur 34 Prozent der Befragten. Bei Lithium-Batterien ist das sogar nur 22 Prozent der Befragten bekannt.

Über die Studie:
Im Auftrag des VOEB befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut
Marketagent.com im Februar 2018 insgesamt 504 webaktive Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 14-69 Jahren zum Thema „Wissen zu und Verhalten mit Batterien“.

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