Presseaussendung/Medienclippings
Mit den Osterferien startet eine beliebte Haushaltstradition des Landes: der Frühjahrsputz. Mehr als die Hälfte der Österreicher:innen (1) macht sich zum Frühlingsbeginn ans Ausmisten und Entrümpeln. Entsorgt werden dann vor allem alte Textilien, Elektroschrott oder sperrige Gegenstände wie alte Teppiche oder Möbel – wertvolle Wertstoffe, die als Sekundärrohstoffe wieder in den Kreislauf zurückfließen können. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ruft dazu auf, beim Ausmisten auf korrekte Trennung und Entsorgung zu achten. So wird Altpapier zu neuem Papier und Altholz zu neuen Holzmaterialien verarbeitet, aus biogenen Abfällen entsteht nährstoffreicher Dünger.
Wien, am 1. April 2026 – Je nach Zimmer fällt Unterschiedliches an: von Textilien und Kosmetikresten über abgelaufene Vorräte bis hin zu Altbatterien und Sperrmüll. Wer weiß, was wohin gehört, leistet einen konkreten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. „Dank der fachgerechten Entsorgung aussortierter Gegenstände werden beim Recycling wertvolle Rohstoffe voneinander getrennt, aufbereitet und schließlich zu wichtigen Sekundärrohstoffen. So werden Ressourcen gespart und die Umwelt geschont“, sagt Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB. „Aus Sicht der Entsorgungswirtschaft zeigt sich jedes Jahr aufs Neue: Die Qualität der Sekundärrohstoffe steht und fällt mit der Trenngenauigkeit im Haushalt – und der Frühjahrsputz bietet dafür eine der besten Gelegenheiten im Jahr.“
Wohn- und Stauraum: Sperrmüll und Altbatterien korrekt entsorgen
Alte Fahrräder, Möbel, Matratzen, Teppiche und Gartenmöbel zählen aufgrund ihrer Größe zum Sperrmüll. Dieser wird nach der Sammlung größtenteils zur Energiegewinnung verbrannt. Im Jahr 2023 fielen in Österreich rund 350.000 Tonnen Sperrmüll an, davon wurden etwa 3.000 Tonnen, überwiegend Altholz und Metalle, recycelt. In Sortieranlagen werden die Abfälle in Materialien wie Holz, Metalle und Kunststoffe zerlegt, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Altholz wird beispielsweise zu Spanplatten oder Hackschnitzeln verarbeitet, Metalle werden eingeschmolzen und Kunststoffe, je nach Wirtschaftlichkeit, recycelt oder thermisch verwertet (2).
Ausgemusterte Computer, Handys oder andere elektronische Geräte sowie Altbatterien müssen bei Mistplätzen oder anderen offiziellen Sammelstellen abgegeben werden. Alte Lithiumbatterien sind gefährliche Brandstifter, da sie sich bei mechanischer Belastung entzünden können. Jüly: „Altbatterien bitte unbedingt fachgerecht entsorgen. Beim Einkauf im Supermarkt können Altbatterien beispielsweise in ,Her mit Leer'-Boxen abgegeben werden. Aus Batterien und Elektroschrott können wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Lithium oder Kobalt zurückgewonnen und weiterverwertet werden.“ Während der Anteil der in Verkehr gebrachten Lithiumbatterien im Jahr 2024 bereits bei rund 46,5 Prozent aller Gerätebatterien lag, liegt die Sammelquote bei lediglich 13,3 Prozent.
Küche: Wohin mit abgelaufenen Lebensmitteln?
Beim Ausmisten in der Küche kommen abgelaufene Lebensmittel aus Vorratsschrank, Kühlschrank oder Tiefkühler zum Vorschein. Diese biogenen Abfälle sollten entweder im Kompost oder in der Biotonne entsorgt werden, wobei der Umgang mit Fleisch, Knochen und verdorbene Speisen regional unterschiedlich geregelt ist. Wichtig ist, organische Abfälle ohne Plastiksackerl oder andere Verpackungen zu entsorgen, um Verunreinigungen zu vermeiden. In Österreich werden aktuell rund 70 Prozent der anfallenden 1,59 Millionen Tonnen biogener Abfälle und Grünabfälle von der Bevölkerung getrennt gesammelt und anschließend zu Kompost, Biogas oder Biodiesel verarbeitet (3).
Badezimmer: Weg mit Kosmetikresten!
Im Badezimmer sammeln sich oft abgelaufene Kosmetikprodukte, Cremes, Make-up und Medikamente an. Diese sollten während des Frühjahrsputzes aussortiert werden. Kosmetikreste gehören in den Restmüll, Kunststoffverpackungen hingegen in die Gelbe Tonne. Medikamente müssen zu Sammelstellen wie Apotheken oder Mistplätzen gebracht werden, um eine Gefährdung von Mensch, Tier und der Umwelt zu verhindern. Dabei sollten Tabletten in ihren Blistern und flüssige Medikamente in der Originalverpackung bleiben (4). Dieser spezielle Abfall wird in der Regel thermisch verwertet, also verbrannt.
Schlafzimmer: Was tun mit alten Textilien?
Der Frühjahrsputz im Schlafzimmer beginnt oft mit dem Ausmisten des Kleiderschranks. Zwischen vergessenen Schätzen tauchen hier häufig Kleidungsstücke auf, die nicht mehr passen oder abgenutzt sind. Gut erhaltene Teile können zu Altkleidercontainern oder karitativen Einrichtungen gebracht werden, während beschädigte und stark verschmutzte Textilien in den Restmüll gehören. Laut dem Umweltbundesamt fallen in Österreich jährlich über 200.000 Tonnen Textilabfälle – dazu gehören auch Matratzen, Polstermöbel oder Vorhänge – in Österreich an. Das Problem: Nur ein Viertel davon wird sortenrein getrennt und kann theoretisch recycelt werden (5). Durch neue EU-Richtlinien gewinnt Textilrecycling jedoch zunehmend an Bedeutung (6). Hersteller sollen künftig stärker in die Verantwortung gezogen werden, indem sie finanziell für die Sammlung und Wiederverwertung ihrer Produkte aufkommen müssen. “Hier gilt es neben ambitionierten Sammelzielen künftig auch Ziele für den Wiedereinsatz von Rezyklaten festzulegen. Kreislaufwirtschaft funktioniert nur dann, wenn der gesammelte und aufbereitete Textilabfall künftig in der Textilproduktion zum Einsatz kommt”, so Präsidentin Jüly.
Neben Kleidung sammeln sich beim Frühjahrsputz klassischerweise auch alte Zeitungen, Hefte und Broschüren an, die nicht mehr aufbewahrt werden müssen. Diese Drucksorten gehören ins Altpapier entsorgt, damit daraus neues Papier gewonnen werden kann. Jährlich fallen in Österreich 1,8 Millionen Tonnen Papierabfälle an, von denen bereits rund 80 Prozent recycelt werden (7). Insgesamt bereiten in Österreich mehr als 22 Anlagen der Abfall- und Ressourcenwirtschaft aus den gesammelten Papierabfällen wieder Papier, Karton, Pappe und Dämmstoffe auf.
(1) Allianz Studie aus 2024
(2) Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich, Statusbericht 2025, S. 132
(3) ebd., S. 117
(4) Stadt Wien: Altmedikamente richtig entsorgen
(5) Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich, Statusbericht 2025, S. 193
(6) Europäisches Parlament: Neue EU-Vorschriften zur Reduzierung von Textil- und Lebensmittelabfällen
(7) Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich, Statusbericht 2025, S. 191
Über den VOEB:
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Abfall- und Ressourcenwirtschaftsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 260 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten österreichischen Abfallwirtschaftsbetriebe. Insgesamt beschäftigt die Abfallbranche in ihren 3.300 privaten und kommunalen Betrieben mehr als 31.000 Mitarbeiter:innen. Die Unternehmen der Abfall- und Ressourcenbranche sammeln, sortieren und verwerten jährlich 74 Mio. Tonnen Abfall und erwirtschaften dabei Umsätze in der Größenordnung von 9 Mrd. Euro pro Jahr.
Rückfragen:
Veronika Wüster - Geschäftsführerin VOEB
Tel.: +43 1 713 02 53
E-Mail: wuester(at)voeb.at
Website: www.voeb.at