Entsorger gegen Dreifachbelastung der Wirtschaft

Öffentlichkeitsarbeit

ENTSORGER GEGEN DREIFACHBELASTUNG DER WIRTSCHAFT

Nachbesserungsbedarf beim heute präsentierten Drei-Punkte-Plan der Umweltministerin sieht der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB). Dessen Präsidentin Gabriele Jüly ortet eine "Dreifachbelastung der Wirtschaft" (Einwegpfand, Mehrwegquote und Herstellerabgabe), die gerade angesichts des coronabedingten Konjunkturabschwungs kontraproduktiv sei. "Die Unternehmen, die in Anlagen und Infrastruktur investieren und die Ressourcenwirtschaft am Laufen halten, brauchen Planungs- und Rechtssicherheit. Die Industrie benötigt stabile Rahmenbedingungen in Form eines umfassenden übergreifenden Ansatzes. Anders werden wir die übergeordneten EU-Kreislaufwirtschaftsziele nicht erreichen", so Jüly.

Wien, 7. September 2020 – Die eigentliche abfallwirtschaftliche Herausforderung für Österreich besteht laut VOEB im Erreichen der ambitionierten EU-Recyclingquoten für Kunststoff. „Wir müssen bis 2025 von derzeit 75.000 Tonnen auf 150.000 Tonnen kommen. Das gelingt, indem wir in modernste Anlagen investieren, um dann das Recycling zu optimieren, aber auch, indem jeder Einzelne von uns Plastikabfall konsequent getrennt sammelt. Wir müssen alle Kunststoffe erfassen. Ein Einwegpfand bringt uns von der Menge her kaum etwas, da PET-Flaschen bereits jetzt gesammelt und rezykliert werden“, erläutert die VOEB-Präsidentin. Erfahrungswerte aus anderen Ländern zeigen zudem, dass ein Einwegpfand das Problem „Littering“ nicht löst.

Eine Erhöhung der Sammelmenge kann viel effektiver durch eine österreichweit einheitliche Sammlung bei den Haushalten erzielt werden und erleichtert auch die Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstmachung beim Bürger.

Einen funktionierenden Absatzmarkt für Sekundärrohstoffe auf Schiene zu bringen, z.B. über fixe Einsatzquoten von Sekundärmaterial in der Kunststofferzeugung, sollte auf der politischen Agenda deutlich weiter oben stehen als die Pfandfrage, betont Jüly.

Und wenn schon über Steuern auf Kunststoff nachgedacht werde, müsste zuvor sichergestellt werden, dass diese „eine Zweckbindung in Richtung Ökodesign aufweist und somit ein Lenkungsinstrument in Richtung recyclingfähige Verpackungen ist. Alles unter dem Schlagwort ‚Plastik’ über einen Kamm zu scheren, ist mit nachhaltiger Politik nicht vereinbar.“

Über den VOEB:
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Abfallwirtschaftsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 250 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten Abfall- und Ressourcenwirtschaft. Die Branche beschäftigt direkt und indirekt ca. 43.000 Mitarbeiter, entsorgt rund zwei Drittel des gesamten in Österreich anfallenden Abfalls in 1.100 High-Tech-Anlagen und erwirtschaftet Umsätze in der Größenordnung von 4 Mrd. Euro pro Jahr.

Rückfragen:
Mag. Daisy Kroker - Geschäftsführerin VOEB
Tel.: (01) 713 02 53
E-Mail: kroker@voeb.at
Website: www.voeb.at

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