Presseaussendung/Medienclippings
Präsentation Großbrände in der Abfallwirtschadft
Die heimischen Medien berichteten im Jahr 2025 über zahlreiche Großbrände in der Abfall- und Recyclingwirtschaft. Erstmals hat der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) Bilanz1 gezogen und insgesamt 36 größere Brandereignisse, 14 davon allein in Ost-Österreich, 9 weitere in Tirol und Vorarlberg, dokumentiert. Einer der verheerendsten Brände ereignete sich auf dem Gelände eines Entsorgungs- und Recyclingbetriebs in Osttirol im Juli 2025, bei dem mehr als 900 Feuerwehrkräfte2 im Einsatz waren. Dort wie auch in vielen weiteren Fällen sind falsch entsorgte Lithiumbatterien oder -akkus die vermutete Brandursache, auf dessen Gefahr der VOEB einmal mehr aufmerksam macht.
Wien, am 12. Februar 2026 – Die österreichische Abfall- und Recyclingbranche schlägt Alarm: Betriebe berichten von bis zu sechs Brandereignissen täglich. Die Hauptursache sind falsch entsorgte Lithiumbatterien und -akkus, die fälschlicherweise im Restmüll, im Gelben Sack oder in der Papiertonne landen, sich bei Beschädigung entzünden und verheerende Brände auslösen können. Dank massiver Investitionen werden die allermeisten Brände schnell und sicher durch modernste Brandschutz- und Löschsysteme gelöscht. Eine Auswertung des VOEB zeigt, dass es im vergangenen Jahr dennoch zu 36 größeren Brandereignissen in der Abfallwirtschaft gekommen ist, über die intensiv in den Medien berichtet wurde. „Quer durch alle Bundesländer erleben wir eine regelrechte Brandepidemie in unseren Betrieben. Auch bei dem enormen Brand in der Recyclinganlage in Osttirol im Juli 2025 war eine Batterie laut Polizei brandauslösend. Jeder Akku in der falschen Tonne ist eine tickende Zeitbombe für unsere Beschäftigten, für die Umwelt, für den Fortbestand ganzer Betriebe und für die Entsorgungssicherheit in Österreich“, betont Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB.
Lithiumbatterien gehören in die Problemstoffsammlung
Die Ursache des Problems liegt auf der Hand: Lithiumbatterien finden sich heute in unzähligen Alltagsgegenständen – von Smartphones und Kinderspielzeug bis hin zu Einweg-E-Zigaretten. Meist aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit werden sie nicht getrennt entsorgt und stellen so ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Die Brandgefahr beschränkt sich dabei nicht nur auf die Abfallwirtschaft. Auch im privaten Umfeld ist der richtige Umgang mit Lithiumbatterien essenziell, um Brände in den eigenen vier Wänden zu vermeiden. Akkus sollten vor Beschädigungen, starker Hitze und Kälte geschützt und nicht in der Nähe brennbarer Materialien gelagert werden. Defekte Akkus gehören sofort in die Problemstoffsammlung, und beim Laden sollten nur Originalladegeräte verwendet werden – idealerweise unter Aufsicht.
Gemeinsame Verantwortung: Von der Politik bis zum Verbraucher
Erste wichtige Schritte gegen die heimlichen Brandstifter sind gesetzt: Das seit Jahren geforderte Verbot von Einweg-E-Zigaretten wurde von der Bundesregierung auf den Weg gebracht und soll Ende 2026 in Kraft treten. Auch auf EU-Ebene bewegt sich etwas, nachdem sich zahlreiche EU-Mitgliedstaaten im Dezember hinter den von Österreich initiierten Prüfauftrag stellten, ein EU-weites Pfandsystem für Geräte mit Lithiumbatterien ehestmöglich zu untersuchen. Bis 2030 muss die Sammelquote von Gerätebatterien auf 73 Prozent erhöht werden – Österreich erreicht derzeit nur rund 50 Prozent.
Jüly: „Wir begrüßen die politischen Initiativen wie das geplante Verbot von Einweg-E-Zigaretten ausdrücklich, doch es bleibt noch viel zu tun. Wir brauchen ein Anreizsystem für die Rückgabe von Lithiumbatterien, strengere Rücknahmepflichten im Handel und vor allem mehr Aufklärung der Bevölkerung. Jeder Akku gehört zum Wertstoffhof oder in die Batteriesammelbox im Handel – niemals in die Restmülltonne oder den Gelben Sack.“
Tipps zum Umgang mit Lithiumbatterien und -akkus
- Getrennt entsorgen: Lithiumbatterien/-akkus nie in Restmüll, sondern zur Problemstoffsammlung oder in Verkaufsstellen mit Rücknahme.
- Pole abkleben: Kontakte vor der Rückgabe mit Klebestreifen (besser Isolierband) sichern; wenn möglich Akku getrennt vom Gerät abgeben.
- Extreme Temperaturen vermeiden: Hitze über ca. +40 °C, Kälte unter ca. –10 °C
- Warnzeichen ernst nehmen: Bei Verformung, Geruch, Verfärbung oder starker Erwärmung nicht verwenden; Akku und Ladegerät prüfen.
- Passendes Zubehör: Nur freigegebene Ladegeräte/Kabel verwenden.
- Akkuschonend und sicher laden: Ladestand möglichst nicht unter ca. 20 % fallen lassen und nicht dauerhaft auf 100 % laden; Ladung auf einer nicht-brennbaren Unterlage.
1 Hinweis: Die Auswertung erfasste Brände in Entsorgungsbetrieben 2025, die medial aufgegriffen wurden. Kleinere Brandereignisse, die durch betriebsinterne Brandschutzsysteme ohne Alarmierung externer Einsatzkräfte gelöscht wurden, wurden nicht erfasst. Eine vollständige Erhebung aller Brandereignisse in Entsorgungsbetrieben ist aufgrund der Datenlage nicht möglich.
2 Quelle: Land Tirol
Über den VOEB:
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Abfall- und Ressourcenwirtschaftsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 260 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten österreichischen Abfallwirtschaftsbetriebe. Insgesamt beschäftigt die Abfallbranche in ihren 3.300 privaten und kommunalen Betrieben mehr als 31.000 Mitarbeiter:innen. Die Unternehmen der Abfall- und Ressourcenbranche sammeln, sortieren und verwerten jährlich 74 Mio. Tonnen Abfall und erwirtschaften dabei Umsätze in der Größenordnung von 9 Mrd. Euro pro Jahr.
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Vanessa Salzer
Ecker & Partner Öffentlichkeitsarbeit und Public Affairs GmbH
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