Wien, am 1. Oktober 2026 – Was leuchtet, blinkt oder Geräusche macht, wird heute fast immer von einer Lithiumbatterie oder einem Lithiumakku angetrieben. In welchen Produkten sich die gefährlichen Brandstifter verbergen, ist oft unklar, deshalb werden sie nicht selten falsch entsorgt. Besonders häufig im Restmüll gefunden werden laut einer Studie der Montanuniversität Leoben E-Zigaretten, elektrische Zahnbürsten, Kinderspielzeug und kleinere Elektrogeräte mit integrierten Akkus. (5) Hinzu kommen Produkte, bei denen kaum jemand an eine Batterie denkt: „Singende“ Lollipops, kabellose Kopfhörer, Mini-Ventilatoren oder leuchtende Kinderschuhe. Mit der Zahl der in Verkehr gebrachten Lithiumakkus und -batterien steigt auch die Zahl ihrer Fehlwürfe. Studienautor Thomas Nigl: „In jeder Tonne Restmüll finden sich heute mehr als acht Lithiumbatterien. Das ist viermal so viel wie noch vor zehn Jahren. Mit jeder Lithiumbatterie, die im Restmüll landet, steigt auch das Risiko für Brände in der Abfallwirtschaft.“ Allein 2025 kam es bundesweit zu 36 dokumentierten Großbränden, die enormen Schaden in den Betrieben angerichtet haben. (6)
Wer weiß, was drin ist, kann richtig trennen
Klar ist: Damit es erst gar nicht zu Bränden kommt, kann jeder und jede Einzelne etwas beitragen. Produkte, die Lithiumbatterien und -akkus enthalten, gehören in Sammelboxen im Handel oder in den Altstoffsammelzentren und Mistplätzen des Landes entsorgt, niemals jedoch im Restmüll, in der Papiertonne oder im Gelben Sack. Gabriele Jüly, Präsidentin des VOEB: „Falsch entsorgte Lithiumbatterien stellen unsere Betriebe täglich vor große Herausforderungen. Wir möchten deshalb das Bewusstsein für dieses Risiko schärfen, denn es lässt sich durch korrekte Trennung und Entsorgung erheblich senken. Maßnahmen zur Steigerung der Sammelquote sind daher dringend notwendig.“ Eine erste Verbesserung der Situation erwartet der VOEB vom kommenden Verkaufsverbot von Einweg-E-Zigaretten in Österreich – eine langjährige Forderung des Verbandes, die mit Beginn 2027 gilt.
Politik setzt auf europäische Lösung
Darüber, wie Brände in der Abfallwirtschaft bestmöglich verhindert werden können, haben sich gestern beim diesjährigen VOEB Forum Brandschutz einmal mehr rund 130 Expert:innen aus der Abfallwirtschaft, dem Versicherungswesen, der Feuerwehr und der Wissenschaft beraten. Einigkeit herrschte darüber, dass beim Thema Lithiumbatterien weitere, konkrete Maßnahmen seitens der Politik gefordert sind. Die Abfallwirtschaft hat massive Investitionen in Brandschutz getätigt, in den Anlagen sind State-of-the-Art Innovationen – von KI-gestützter Detektion und Sensorik bis zu Löschrobotern – im Einsatz. Für effektiven Brandschutz braucht es jedoch zusätzlich wirksame Anreize für eine korrekte Sammlung von Batterien. Positiv bewerten die Teilnehmer:innen, dass der dringende Handlungsbedarf bei Batteriebränden von allen politischen Parteien anerkannt wird, wie die Debatte rund um ein EU-weites Rücknahmesystem für Lithium-Akkus im Nationalrat vergangene Woche gezeigt hat.
Erweiterte Rücknahmepflicht hilft bei korrekter Entsorgung
Einen konkreten Fortschritt in Österreich gibt es bereits ab heute, 1. Oktober 2026. Ab sofort müssen Händler mit einer Verkaufsfläche ab 25 Quadratmetern sehr kleine Elektroaltgeräte wie E-Zigaretten, elektrische Zahnbürsten oder Smartphones – die der jeweilige Händler auch selbst im Sortiment führt – auch ohne Neukauf kostenlos zurücknehmen. Eine Maßnahme, die der VOEB ausdrücklich begrüßt. „Durch die Erweiterung haben Konsument:innen nun die Möglichkeit, ihre alten Elektrogeräte noch einfacher zu entsorgen. Damit können Fehlwürfe reduziert und somit das Brandrisiko in der Entsorgungswirtschaft gesenkt werden“, so Jüly. Zusätzlich setzt sich der VOEB seit Jahren für ein Cashback-System für Batterien und Akkus in Österreich ein, bei dem eine korrekte Rückgabe mit einem finanziellen Anreiz belohnt wird.
Tipps des VOEB: So werden versteckte Lithiumbatterien nicht zur Brandgefahr
Das Wichtigste in Kürze:
(1) Studie "Battery Research on Market, Risk and Fire Statistics” (2026), Studienautoren: Elena Dvorak, Marlene Korn und Thomas Nigl, Auftraggeber: VOEB (2) EAG-VO-Novelle 2026 im Bundesgesetzblatt kundgemacht (21.08.2026) (3) Parlament Österreich: Verbot von Einweg-E-Zigaretten beschlossen (23.06.2026) (4) Lithium-Ionen-Akkus: Nationalrat fasst mehrheitlich Entschließung für eine EU-weite Recycling-Strategie (APA OTS, 23.09.2026) (5) VOEB Presseaussendung: Lithiumbatterien: 70 potenzielle Brandherde pro Müllwagen (05.06.2026) (6) VOEB Presseaussendung: Alarmierende Bilanz 2025: Großbrände in Österreichs Abfallwirtschaftsbetrieben (12.02.2026)
Über den VOEB:
Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Abfall- und Ressourcenwirtschaftsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 260 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten österreichischen Abfallwirtschaftsbetriebe. Insgesamt beschäftigt die Abfallbranche in ihren 3.300 privaten und kommunalen Betrieben mehr als 31.000 Mitarbeiter:innen. Die Unternehmen der Abfall- und Ressourcenbranche sammeln, sortieren und verwerten jährlich 74 Mio. Tonnen Abfall und erwirtschaften dabei Umsätze in der Größenordnung von 9 Mrd. Euro pro Jahr.
Rückfragen:
Veronika Wüster - Geschäftsführerin VOEB
Tel.: +43 1 713 02 53
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Website: www.voeb.at