Internationaler Tag der Erde - 22. April 2017

Öffentlichkeitsarbeit,  Zahlen + Fakten,  Umweltpolitik

(Wien, 19. April 2017) Zum internationalen Tag der Erde zeigt der VOEB – Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe auf, wie wichtig die Trennung von biogenem Abfall ist, und welch wertvolle Ressourcen wir daraus rückgewinnen können. Gleichzeitig weist der VOEB auf das noch offene Potenzial hin, denn sauber getrennter biogener Abfall bringt sowohl ökologischen wie auch wirtschaftlichen Nutzen: Wenn wir uns bei der Trennung noch weiter anstrengen, würde das nicht nur unserer Umwelt saubere Erde und Dünger zurückgeben, sondern den Österreichern jährlich rund 10 Millionen Euro zusätzlich an Ersparnis bringen!

VÖEB-Präsident KR Hans Roth zum internationalen Tag der Erde: „Unsere Botschaft zum Tag der Erde: Trennen, trennen, trennen! In unserem Abfall schlummern solch wertvolle Ressourcen. Wir als Gesellschaft sollten es daher als unsere Verpflichtung sehen, diese der Umwelt soweit nur irgendwie möglich wieder zurückzugeben. Mit dieser Aktion wollen wir aufzeigen, was alles im biogenen Abfall steckt: Wenn wir sauber trennen, können wir wertvolle Erde für unsere Nutz- und Zierpflanzen wiedergewinnen! Die Österreicher sind bereits sehr vorbildlich in puncto Trennung, aber trotzdem appelliere ich an unser gemeinschaftliches Gewissen, das vorhandene Potenzial weiter auszuschöpfen und möchte am Tag der Erde bewusst aufzeigen, was im Sinne unserer Natur und auch im Sinne eines wirtschaftlichen Nutzens noch möglich wäre!“

Am Samstag, den 22. April 2017 feiern wir den internationalen „Tag der Erde“. Die Idee hinter dem auch als „Earth Day“ bezeichneten Aktionstag ist es, Bewusstsein für einen ökologischen bzw. umweltbewussten Lebensstil zu schaffen. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe  (VOEB) nimmt dies als Anlass darauf hinzuweisen, wie wesentlich eine sorgsame Abfalltrennung ist. Denn was aus biogenem Abfall wiedergewonnen wird, ist hochwertige Erde, die im Garten für Nutz- wie auch Zierpflanzen eingesetzt werden kann.

Sorgfalt bei der Trennung von Bio- und Restmüll bringt uns allen was – der Umwelt und den Menschen!

In Österreich werden jährlich knapp 1 Million Tonnen biogene Abfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen getrennt gesammelt (Quelle: Bundesabfallwirtschaftsplan: 935.900 Tonnen im Jahr 2015). Die Sammlung dieser „Bioabfälle“ erfolgt zum überwiegenden Teil über die Biotonne, die von den Entsorgungsbetrieben abgeholt wird. Parallel dazu wird Grün- und Strauchschnitt aus Hausgärten auch zu den bestehenden Sammelstellen oder direkt zu den Kompostieranlagen gebracht. Diese Mengen werden in kommunalen oder gewerblichen Kompostierungs- und Biogasanlagen verwertet. Insgesamt werden in Österreich knapp über 400 Kompostieranlagen (Aerobe biotechnische Behandlungsanlagen) betrieben, die 2015 rund 327.000 Tonnen Kompost erzeugt haben, das entspricht rund 34 Prozent der gesammelten Bioabfallmenge (Quelle: Bundesabfallwirtschaftsplan 2015).  Zusätzlich zur gesammelten Menge wurden lt. Schätzungen des Bundesabfallwirtschaftsplans im Jahr 2015 rund 1,575 Mio. Tonnen Abfälle in Einzel- und Gemeinschaftskompostierung in Hausgärten kompostiert.

Restriktiv gerechnet landet nach wie vor rund ein Sechstel des biogenen Abfalls im Restmüll
Insbesondere zum internationalen Tag der Erde ist es dem Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe ein Anliegen, den Österreichern für ihre Trennmoral zu danken, aber gleichzeitig auch das noch nicht ausgeschöpfte Potenzial zu zeigen. So haben Restmüllsortierungen in mehreren Bundesländern in Österreich einen Masseanteil zwischen 16 und 27 Prozent an original verpackten bzw. nur teilweise verbrauchten Lebensmitteln, Speise- und Zubereitungsresten im Restmüll privater Haushalte ergeben. Das bedeutet, dass durchschnittlich nach wie vor Lebensmittelabfälle im Restmüll österreichischer Haushalte von 26,7 Kilogramm (16 Prozent) bis 45 Kilogramm (27 Prozent) pro Person und Jahr landen.

Appell an die Trennmoral der Österreicher: Biogener Abfall ist eine wesentliche Ressource und bringt sowohl ökologischen wie auch wirtschaftlichen Nutzen: Wenn wir die übrigen 16 Prozent biogener Abfälle im Restmüll sauber trennen, würde das jährlich rund 10 Millionen Euro zusätzlich bringen, die in die Geldbörsen der Bürger zurückwandern könnten!


Laut Bundesabfallwirtschaftsplan 2017 wurden 2015 in Österreich 1,162 Tonnen Restmüll (gemischter Siedlungsabfall) behandelt. Der Anteil von Lebensmittel- und biogenen Abfällen im Restmüll wurde vom WWF in einer Studie mit einem Faktor von 16 Prozent (ein Sechstel des gesamten Restmüll-Aufkommens) angesetzt, das entspricht 185.920 Tonnen jährlich österreichweit. Würde dieser Anteil, der derzeit über den Restmüll entsorgt wird, richtig über die Biotonne entsorgt werden, so könnten wir jährlich mehr als 10 Millionen Euro sparen, da die Entsorgungskosten von biogenem Abfall deutlich unter jenen von Restmüll liegen: Die Entsorgung von Bioabfall ist rund 50 bis 70 Euro pro Tonne günstiger als die Entsorgung über den Restmüll.

Verantwortungsvoller Konsum beginnt beim Einkauf!
Über das angeführte Sparpotenzial hinaus, liegt der größte Hebel beim verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln – und das beginnt bereits beim Einkauf! Ein Großteil des Lebensmittelabfalls sollte durch gezielten Einkauf und Konsum erst gar nicht anfallen. So ergab eine Studie des WWF, dass in Österreich rund 49.000 Tonnen Lebensmittelabfälle aus privaten Haushalten durch bewussten Konsum gänzlich vermeidbar wären! Neben den Kosten für den Einkauf dieser Produkte, würden sich die Bürger für diese 49.000 Tonnen Abfall zusätzlich 2,2 bis 4 Mio. Euro Verwertungskosten sparen (je nach Entsorgungsweg – Biotonne oder Restmüll).

Am Tag der Erde der Umwelt etwas zurückgeben – die Vorteile der Kompostierung
Dass die Kompostierung unzählige Vorteile mit sich bringt, ist wissenschaftlich erwiesen. Aus chemischer und biologischer Sicht dient sie dem Humusaufbau, wirkt als Dünger durch die zugeführten Nährstoffe, die langsam aus dem Kompost freigesetzt werden, und steigert die biologische Aktivität. Darüber hinaus wird die Nährstoffaufnahme aus dem Boden verbessert und die Nährstoffauswaschung vermindert. Der Komposteinsatz bringt auch nennenswerte physikalische Positiveffekte auf den Boden mit sich: So werden Wasser- und Lufthaushalt verbessert und der Boden lässt sich leichter bearbeiten.

Kompost – was steckt eigentlich drin?
Die Trockenmasse des Komposts liegt bei rund 60 Prozent der Frischmasse. Bezogen auf Trockenmasse setzt sich der Kompost – je nach Qualität und Alter – wie folgt zusammen:

Organische Substanzen 20 - 45 %
Stickstoff (gesamt) 1-2%
Phosphor (meist in Form von Phosphorpentoxid) 0,3-1,2%
Kalium (meist in Form von Kaliumoxid) 0,8-1,8%
Calcium (meist in Form von Calciumoxid) 4-12%
Quelle: Kompostgüteverband Österreich, www.kompost.at  

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